Es gibt eine böse
redeweise: der friedlichste kann nicht im frieden leben, wenn's dem
bösen nachbarn nicht gefällt. Das ist wissen, das die ubiquitäre gewalt
in der welt verschüttet hat. Es ist daher zweckmässig, die begriffe zu
sortieren, die in den streitigkeiten um frieden und krieg gegeneinander
geltend gemacht werden.
Einerseits ist es der wille zum frieden, der auch
dem anwender von gewalt zugeordnet sein muss, dann, wenn der zweck, der
frieden zwischen den menschen, eine chance haben soll
(a). Es ist üblich, diesen willen zum frieden in den
ideologien zu fassen, die mit dem terminus: pazifismus,
(b) zusammengefasst werden. Das lemma dieser
ideologien
(c)
ist der spruch: frieden schaffen ohne waffen. Als zielmarke der
sehnsucht nach frieden ist der kampfruf sinnvoll, als maxime des
politischen handelns verfehlt die parole ihr ziel, wenn das momentum:
gewalt,
(d) im diskurs
ausgeklammert ist.
Anderseits können im politischen prozess die
phänomene der gewalt nicht ignoriert werden. Wer den frieden real will,
der muss den genossen in sein kalkül einbeziehen, der andere interessen
verfolgt, nämlich seine interessen, die der machthabende aus der
faktischen machtposition gegen widerstand durchsetzen will und diese
interessen, wenn ihm das erforderlich dünkt, auch realisiert – mit
gewalt
(e). In der sozialen
beziehung zwischen dem individuum als ich: A, und seinem genossen: B,
ist der wechselseitige bezug auf den je anderen sowohl eine beziehung
des rechts als auch eine beziehung der macht
(f).
Das recht gebietet den frieden, die macht nutzt die gewalt, die
realität falsch einschätzend, als mittel zur durchsetzung seiner
interessen, de facto gleich_gültig, ob illegal oder legitim.
In diesem spannungsfeld verortet ist die frage, wie
ein friede zwischen dem individuum als ich und seinem genossen
organisiert sein muss, wenn sowohl der genosse als auch das individuum
als ich sich als das verwirklichen wollen, was sie sind, jeder für
sich, das ich.
In den diskussionen um den frieden muss einerseits
mit der ubiquitären gewalt kalkuliert werden, und andererseits ist dem
prinzip der anerkennung des anderen als der_andere,
(i)
die funktion des maasstabs für jedes politische handeln zugeordnet.
Gewalt, immer real seiend, ist nur mit gegengewalt eingrenzbar. Wer
gewalt gegen den genossen anwendet, sich selbst als das ich
entmächtigend, kann nur mit gegengewalt in die schranken gewiesen
werden (schöne worte, immer wohlfeil, bewirken das nicht und die
erfahrung zeigt, dass sie den gewalttätigen nur ermutigen, weiter
gewalt zu üben und noch mehr). Wer den genossen als den anderen
anerkennt, eine leistung, die nur ad personam erbracht werden kann, der
sieht im genossen sein ebenbild(=spiegelbild), der genau das ist, was
er selbst ist, nämlich das ich, das autonom entscheidet, was für ihn
selbst gelten soll, sich an das entschiedene absolut bindend. Die logik
der autonomen entscheidung und die absolute selbstbindung des
individuums als ich, der genosse eingeschlossen, schliessen die gewalt
als handlungsoption aus. Wer frieden will, das heisst, wer frieden
hält, der benötigt keine waffen – die realität ist eine andere, aber
die krude realität ist kein beweis, das der gedanke falsch ist.
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(a)
das böse an sich ist ontisch irreal,
aber als imagination des individuums als ich ist das böse für sich
real, weil das böse als relationsbegriff das gute zum gegenpol haben
muss, wenn die handlung als gut oder als böse erkannt werden soll. Zum
problem der relationsbegriffe andernorts en detail(01)
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(01)
INDEX/register
//==>stichwort: relationsbegriff.
(a)<==//
(b)
pars pro toto das Deutsche
Wörterbuch(Wahrig,1980,p.976) notiert als erklärung: "Bestreben unter
allem Umständen den Frieden zu erhalten, Ablehung des Krieges und
Kriegsdienstes".
(b)<==//
(c)
im rationalen diskurs wird mit dem
begriff: ideologie, zwar argumentiert(01), aber der begriff: ideologie,
ist als phänomen ein bunter strauss von möglichen argumenten. Den
pazifismus, begriffen als eine einheitsvorstellung, gibt es nicht, aber
es kann eine vielzahl von "pazifismen" aufgelistet werden, eine liste,
in der der name: Mahatma Ghandi, neben dem namen: Wladimir Putin, nur
ein item in der buchstabenfolge ist.
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(01)
zum begriff: ideologie, im relationalen
argument andernorts en detail(*1)-
-------
(*1) //==>
INDEX/register;
stichwort: ideologie.
(c)<==//
(d)
zum begriff: gewalt, im relationalen
argument andernorts en detail(01)
-------
(01) //==>
INDEX/register;
stichwort: gewalt,(und differenzierungen).
(d)<==//
(e)
die differenz: macht und gewalt, ist zu
beachten(01),
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(01)
INDEX/register
//==>stichworte: macht und gewalt.
(e)<==//
(f)
es ist strikt zwischen herrschaft und
macht zu unterscheiden(01). Herrschaft ist eine form des rechts und auf
dauer gestellt, macht ist ein phänomen der realität und wird als
volativ erfahren, fixiert im wechselspiel von macht und gegenmacht. Wer
sich mächtig fühlt, der ist mächtig im wissen der eignen schwäche; denn
macht und gegenmacht sind ein nullsummenspiel, in dem nur die
grenzlinien hin und her geschoben werden.
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(01)
(g)
Ich verweise auf die historia der
friedensschlüsse. Im rückblick erweist sich jeder friedensschluss als
causa zu einem neuen krieg.
(g)<==//
(h)
die appelle, im politischen diskurs die
gewalt zu bannen, werden unter dem terminus: pazifismus, gehändelt. Der
appellierende kann sich subjektiv "gut" fühlen, aber objektiv wirksam
sind in der realität die phänomene der gewalt. Der "kriegsschrei":
nieder mit dem waffen, ist nur das hilflose echo auf die reale gewalt
im krieg. Wer frieden will, der muss den gewaltübenden friedensstörer
mit gegengewalt in die schranken weisen. Das begreifen die
friedensschwätzer von heute nicht, die nolens/volens das geschäft der
kriegsherren betreiben(01).
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(01) das hat Sahra Wagenknecht mit ihren gebetsmühlenhaften appellen,
frieden ohne waffen zu schaffen, nicht begriffen. So wie die dinge
heute stehen, sind friedensgespräche mit dem faschisten:
zar:_p00(alias_Putin), nicht möglich, weil dieser das gespräch über den
frieden als waffe gebraucht.
(h)<==//
(i)
das prinzip: anerkennung des anderen
als der_andere, habe Ich andernorts en detail erläutert(01).
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(01) //==>
INDEX/register:
stichwort: prinzip:_adaad_a, (und verweise).
(i)<==//