TEXTSAMMLUNG
Das fragment des monats

ausgabe (051)/51//2025/ fdm/25.051/ märz/2025

Die zahlen lügen nicht - wer zählt, der kann lügen.

    Das problem der statistiken ist, dass zwei erfahrungsbereiche des individuums als ich, sein genosse eingescchlossen, miteinander amalgamiert werde, die, wenn das argument den kriterien der ratio genügen soll, strikt getrennt gehalten werden müssen, einmal das, was zählt, einmal das, was gezählt wird.

    Ich erinnere mich gut an meinen mathelehrer: herr Preuße, der mich immer wieder daran erinnert hatte, wenn Ich 1 + 2 zusammenzählen musste: drei birnen oder äpfel? Einerseits stelle Ich fest, dass diese lehrmethode, in den fünfziger jahren des vergangenen jahrhunderts anerkannt, mich daran gehindert hatte, die abstrakte welt der zahlen zu verstehen, andererseits aber hatte der alte mathelehrer auf einen sachverhalt verwiesen, der in der bewertung statistischer aussagen von grundlegender bedeutung ist, nämlich, dass die gegenstände, die gezählt werden, different sind und die zahl: 3, in der verbindung mit dem ding der welt: apfel, eine anderer bedeutung haben kann, als mit dem ding der welt: birne. D'accord, das argument mag simpel erscheinen, vielleicht sogar als einfältig bewertet werden, aber es wird klarer, wenn Ich eine überlegung heranziehe, die, scheinbar von der ontischen realität losgelöst, im sinn der logik zwingend ist. Es wird wohl keiner widersprechen, wenn Ich sage: 5% sind 5%. Prima vista eine gleichsetzung in der form einer tautologischen aussage, und dennoch behaupte Ich secunda vista, dass 5%(von etwas) und 5%(von etwas anderem) nicht gleich sein müssen. 5% von 100€ sind in der hand des sprechenden 5€, 5% von 1000€ sind in der hand des sprechenden 50€, und es ist ein unterschied an der supermarktkasse, ob der zahlungspflichtige 50€ in der tasche hat oder 5€. Die statistische zahl: 5%, weist in der realität unterscheidbare sachverhalte aus, die jede zahl, behauptet in einer konkreten situation, entweder als richtig ausweisen oder als falsch, die zahl mithin eine lüge sein kann oder die wahrheit ist. Der grund für die widersprechenden behauptungen ist das subjekt, das al gusto mit den zahlen und mit den sachen hantiert, die differenz im kalkül des diskurses verschleiernd.

    Wer im politischen diskurs mit zahlen argumentiert, der muss darlegen, was das empirische fundament der benutzten zahlen ist. Das ist die bedingung des rationalen diskurses, die dem populistischen politiker missfallen muss, wenn er seinen schnellen spruch, geil auf wirkung, absondert. Es muss, wenn die kommunikation zwischen allen, die es betrifft, gelingen soll, darauf bestanden werden, weil die sorgfältige behandlung der fakten bestimmend ist für jeden diskurs über streitig gefallene interessen, die legitim realisiert werden sollen. Im jahr: 2025, beschleicht den bürger ein gefühl des unbehagens und der sorge, im blick die damen/herren: politiker, die al gusto mit den verfügbaren zahlen hantieren(a), egal, ob die zahlen richtig sind oder falsch.
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(a)
die milliarden genügen schon nicht mehr, es wird in billionen gerechnet, und es dauert nicht mehr lange, dann wird der erste billionär ausgerufen. Nicht der reichtum der wenigen, festgemacht an der grossen zahl, ist das problem in der politischen debatte, sondern das problem der zeit ist der mangel der vielen, denen das lebensnotwendige verweigert wird und entzogen ist. In der vorstellungswelt der vielen genügen die zahlen in unteren bereich der zahlenreihe: 1-(n+1), dem bereich der zahlenwelt nämlich, der noch überschaubar ist, in dem die wahrheit und die lüge mit der realen wahrnehmung der welt identifiziert werden kann.
finis

stand: 25.04.01.
eingestellt: 25.03.01.
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