Das problem der
beweispflicht im zeitalter des internets habe Ich in zwei früheren
texten schon einmal erörtert
(a).
Diese texte sind weiter aktuell, aber, die situation von damals ist
heute eine andere. Die KI-technologie hat ein problem verschärft, dem
keiner sich entziehen kann, egal, ob er im internet surft oder nicht.
Das problem: beweispflicht im internet, ist verortet
in der frage, wie die daten des bürgers in den zeiten der KI-technologie
(b)
vor dem missbrauch dieser daten durch den mitbürger geschützt werden
können, der das internet, eingeschlossen die anderen digitalen
techniken, als mittel nutzt, um sein interesse gegen das interesse des
je anderen durchzusetzen. Der bürger des staats
(c),
einerseits legitim und rechtstreu, andererseits kriminell und
illegitim, hat das recht, sein partikulares interesse gegen das
partikulare interesse des je anderen durchzusetzen mit der notwendigen
einschränkung, dass er dies im horizont des geltenden rechts leistet.
Das problem: beweislast im internet, ist kein technisches problem,
sondern ein gesellschaftliches.
D'accord, das traditionale recht, dass der kläger
seinen rechtsanspruch zu beweisen habe, muss auch im internet
realisiert werden; denn im traditionalen prozessrecht ist geregelt,
dass der kläger, der die sachherrschaft hat über die frage, was wahr
sein soll und was falsch ist, auch weiss, ob das, was er in seinem
klageanspruch fordert, falsch ist oder richtig. Diese alte regel ist
weiter gültig, auch im zeitalter der digitalen verwendung von daten
unter den bedingungen des internets, aber, die anwender der neuen
techniken haben situationen geschaffen, in denen die alten beweisregeln
genau das gegenteil bewirken und das austarierte verhältnis von kläger
und beklagten, nutzer und anbieter, zerstört haben. Die
ausschliessliche sachherrschaft haben die anbieter der techniken, die
mit ihren angeboten den nutzer zwingen, das zu konsumieren, was sie in
ihrem geschäftsmodell als ihren vorteil verbuchen. Der nutzer des
internets, angewiesen auf das zur verfügung gestellte angebot, steht
vor der falschen alternative, das angebot entweder zu akzeptieren oder
aus dem spiel auszusteigen. Das aussteigen aus diesem falschen spiel
aber ist dem nutzer der neuen techniken in der modernen gesellschaft
nicht mehr verstattet, weil das öffentliche und das private leben ohne
diese techniken nicht mehr funktioniert. Der anbieter der neuen
techniken hat zwar die unbeschränkte gewalt über die neuen techniken
(d),
aber die neuen techniken laufen leer, wenn der anbieter der technik
nicht auch daten verwendet, die er mit diesen techniken in der welt
streut. Das ist der anknüpfungspunkt für das gebot der
beweislastumkehr. Der anbieter der digitalen techniken hat es allein in
seiner hand
(e), welche daten
er dem nutzer seines angebots zur verfügung stellen will und dieses
angebot muss, wenn es bestand haben soll, mit dem geltenden recht
kompatibel sein. Der nutzer des angebots hat zwar die wahl, das angebot
zu akzeptieren oder zu ignorieren, aber in jedem fall ist er damit
konfrontiert, dass der anbieter daten verwendet, die ihn unmittelbar
betreffen. Gegen diesen gebrauch seiner daten muss es dem nutzer des
internets eingeräumt sein, im fall einer falschen aussage(=fake news),
den anbieter im netz in die schranken zu weisen. Nicht der nutzer eines
angebots, das eine falsche aussage zum gegenstand haben kann, ist
verpflichtet nachweisen, dass sein recht beschädigt ist, sondern der
anbieter der nachricht, richtig oder falsch, hat die pflicht
nachweisen, dass seine aussage mit dem recht übereinstimmt.
Die beweislastumkehr ist notwendig, wenn die gesellschaft als eine ganze bestand haben soll
(f).
Die änderung der beweislast ist die frage nach der macht, die
erforderlich ist, wenn der nutzer als subjekt sein recht durchsetzen
will, gegen den anderen in dessen vermeintlichen recht. Die alte frage,
wie die macht verteilt ist, will Ich hier beiseite stellen, aber, diese
frage wird immer präsent sein.
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(a)
Richter,Ulrich: argument des monats.
Der verwender fremder daten ist beweispflichtig. Die umkehr der
beweislast im zeitalter der informationstechniken. sign.:
adm/ (30)04-06/2014.
Richter,Ulrich: Fragment des monats. Der verwender von daten ist beweispflichtig(II). signatur:
fdm/21.011 /november/2021.
(a)<==//
(b)
der terminus: KI(=künstliche
intelligenz), englisch: AI(=artificial intelligence), hat in der
zurückliegende dekade hochkonjunktur und wenn diesem reden gefolgt
wird, dann wird in absehbarer zeit weltumstürzendes sich ereignen(01).
Den hochfliegenden erwartungen der börsianer(02) wird bald ernüchterung
folgen, weil die bürger diesen umwälzungen in der grossen zahl nicht
folgen werden können. Die KI ist ein werkzeug, das von einem subjekt
gebraucht wird(03), und das subjekt wird immer ein vertreter der
gattung: homo sapiens, sein. Die KI und ihre weiterentwicklungen werden
noch wunderwerke der technik zeitigen, aber ihren status als werkzeuge
des homo sapiens werden sie nicht verlassen können.
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(01)
die utopie in der form einer prognose
hat, das ist erfahrung, noch niemals ihre prophezeiungen wahr gemacht,
und das, was vielversprechend gewesen war, das endete in einer
sackgasse, bestenfalls überdauerte das versagen in der zeit in einem
vergessenen dokument der historia.
(02)
die kurse an den börsen spiegeln die erwartungen der spekulanten, nicht aber den realen wert der KI-fabriken.
(03)
Richter,Ulrich: Das individuum als ich und seine werkzeuge. Die logik des kunstwerks und das werkzeug: KI.(2024/2025).
043:werkzeug_KI.
(b)<==//
(c)
in den debatten um die KI sollte nicht
übersehen werden, dass es die menschen der welt sind, die sich als
personen des rechts verstehen, konfrontiert mit den phänomenen der KI.
Untereinander können die menschen ihr recht mit dem genossen nur in
geordneten sozialen strukturen artikulieren und behaupten, so auch die
verwendung des werkzeugs: KI.
(c)<==//
(d)
das zauberwort der KI ist ein
algorithmus, mit dem alle rechenprozesse in der digitalen welt
gesteuert werden. Das ist der schlüssel, der den prozess aufschliesst,
mit dem die daten verteilt werden. Es sollte beachtet werden, dass der
algorithmus eine formel ist, die, um wirken zu können, eines subjekts
bedürftig ist, der einerseits die formel erfunden hat und der
andererseits die formel mit den daten füllt, die streitig gefallen
sind. Das, was geschieht, ist von dem abhängig, der den algorithmus
aktiviert. Diese person ist das subjekt, das die verantwortung trägt
für das, was folgt. Wer verantwortlich ist für das, was sich ereignet
hat, der muss auch beweisen, dass er im recht gehandelt hat.
(d)<==//
(e)
nicht anders der anbieter von daten,
der gefangen ist in einem netz von interessen, und, selbst der
mächtigste unter den mächtigen ist eingebunden in ein netz von
abhängigkeiten, die das eine zulassen, das andere aber ausschliessen.
Diese abhängigkeiten können nicht als grund akzeptiert werden, dass der
anbieter, der die daten anderer verwendet, sich seiner pflicht
entziehen kann, zu erklären und darzulegen, dass er rechtlich korrekt
gehandelt habe. Den streit muss ein gericht klären.
(e)<==//
(f)
die KI hat das potential, die strukturen der gesellschaften negativ
zu verändern. Der mechanismus ist, dass die beherrschung der KI eine
form von macht ist, die sich akkummuliert und so die differenz:
macht/ohnmacht, weiter vertiefen wird. Eine gespaltene gesellschaft
aber hat auf dauer keinen bestand und das, was ist, das wird für die
meisten die hölle sein und für wenige ein paradies, das vergiftet
ist.
(f)<==//