TEXTSAMMLUNG
Das fragment des monats
ausgabe: (065)/65//2026/ fdm/26.065/ mai/2026

Der begriff: identität, und die phänomene der identitäten.
Die differenz: ontische identitäten/logische identität.

    In den aufgeregten politischen debatten der jüngsten tage ist oft die rede von den "identitären"(a). Über diese gruppe rechtsextremer konservativer kann viel gestritten werden, aber die namensgebung dieser gruppierung ist zu beachten. Prima vista ist die unbestreitbare assonanz von identitär und identisch plausibel, secunda vista aber ist die gleichsetzung: identisch und identitär, falsch. Weder hat im terminus die gleichheit(=ähnlichkeit) etwas gemein mit dem begriff: identität(=logik), noch sind die phänomene der diversen identitäten(=ontik) in den gesellschaften auf einen nenner zu bringen(b).

    In der logik kann es nur eine form von identität geben. Das ist die identität des weltdinges: n, mit sich als das_andere, oder es ist die identität der person: N, mit sich selbst als der_andere(c). Jedes benennbare ding der welt, gesetzt in einer relation(=individuum_als_ich<==|==>ding_der_welt:_n), ist verschieden von jedem anderen ding der welt, gesetzt in einer relation. Die dinge der welt in ihrer verschiedenheit in raum und zeit können nicht identisch fallen, und wenn zwei weltdinge: n und m, miteinander untrennbar verknüpft werden, dann ist das resultat der verknüpfung das weltding: o, das ein anderes ist. Die logische identität des weltdinges: n, mit sich ist die bedingung sine qua non, durch die dem individuum als ich, sein genosse eingeschlossen, es möglich ist, dass beide über die weltdinge: n und m, kommunizieren können(d).

    In der ontik bezeichnet der terminus: identität, anderes, nämlich personen, die als dinge der welt durch ein bestimmtes merkmal ausgezeichnet sind und damit einer definierten klasse zugerechnet werden können, pars pro toto, die identität einer person als deutscher(=nation). Mit dem terminus: identität, wird eine gruppe bezeichnet, in der sich viele personen als person in einem definierten gefühl zusammengefunden haben, wissend, dass sie einer bestimmten gruppe zugehören. Insofern gibt es verschiedene identitäten, immer im plural gedacht, durch die für den genossen und dem inviduum als ich klargestellt ist, dass sie sich als person in ihrer selbstgewählten identität als ... einer bestimmten gruppe zuordnen können und zugeordnet sind. In der perspektive der selbsteinordnung einer person in der gruppe, definiert in bestimmten merkmalen(e), ist die person erkennbar in seiner individualität, in der die person unterscheidbar ist von jeder anderen person. In seiner identität als person, der_andere seiend, ist das individuum als ich, sein genosse eingeschlossen, der je andere. Der genosse und das individuum als ich, gleich als das ich, können in ihrer identität mit sich selbst, nicht identisch fallen. Sie sind das, was sie sind, gleich in ihrer verschiedenheit.

    Im rationalen diskurs muss die differenz: logische identität/ontische identitäten, strikt beachtet werden.
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(a)
dazu siehe das stichwort: identitäre Bewegung Österreich, in Wikipedia, dl251012.
Zusatz.
Diese gruppe aus Österreich ist teil einer europa-weiten bewegung. Der historische horizont ist einerseits markiert mit den debatten über die Konservative Revolution in Deutschland, 1918-1933, dann wieder seit 1949, andererseits ist es die Nouvelle Droite in Frankreich. Die von diesen gruppen verfochtenen weltanschauungen sind als faschistische ideologien klassifizierbar.    (a)<==// 
(b)
über die phänomene der ontischen identitäten informiert zureichend die übersicht in Wikipedia, stichwort: identität. dl251012.    (b)<==// 
(c)
zum begriff: identität, im relationalen argument siehe auch:
//==> Richter,Ulrich: Der trialektische modus. Die argumente: 2.41.061 und 2.41.077, signatur: 042:trialektische_modus. //==> INDEX/register //==> stichworte: identisch, identität bis identitätssetzung.    (c)<==// 
(d)
es liegt nahe, den identitätsbegriff der mathematik als logische identität zu interpretieren. Das ist falsch. Der mathematische identitätsbegriff ist als phänomen in der klasse: ontische identitäten, abzulegen.    (d)<==// 
(e)
siehe, pars pro toto, die liste der identitäten nach Wikipedia. //==> anm.: (b).    (e)<==//    
finis

stand: 26.06.01.
eingestellt: 26.05.01.
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